Mailings (die die Kunden nicht nerven) – alles im grünen Bereich?
Posted by Claudia WehrliJul 31
Ein Werbemittel, das sich für Firmen mit begrenztem Budget besonders anbietet, sind E-Mailings. Mit ihnen ist es möglich, viele Kunden direkt anzusprechen ohne dafür ein Vermögen auszugeben. Aber was für den Direktversand gilt, muss auch für den E-Mail-Versand berücksichtigt werden: die E-Mails sollten “etwas hermachen” und gleichzeitig für den Leser so wenige Barrieren wie möglich aufstellen. Und die E-Mail sollte auch etwas auslösen beim Kunden, er soll in Aktion treten und bei uns etwas bestellen oder sich zumindest unsere Leistungen einmal genauer anschauen.
So weit, so gut. Nun ist es bei uns so, dass wir an mehreren Projekten arbeiten und unsere Kunden darüber gerne auf dem Laufenden halten möchten. Die Schwierigkeit besteht vor allem darin, die Kunden nicht mit zu vielen E-Mails zu nerven. Schliesslich haben sie auch noch anderes zu tun, als E-Mails zu lesen. Eine gute Alternative zur Verbreitung solcher Nachrichten stellt unser Blog und für kürzere Nachrichten seit heute
Twitter dar. Auch wenn durch das Web 2.0 einige Funktionen des herkömmlichen Newsletters ersetzt werden, möchten wir nicht auf die guten alten Mailings verzichten. Einerseits gelangt man über Mailings manchmal direkter an die Zielgruppe und die Chance, dass die Nachricht auch gelesen wird, ist grösser. Zudem möchte man sein Blog vielleicht auch nicht mit Seminarangeboten oder Aktionsangeboten zuschütten.
Aber wie sollte nun eine gute E-Mail aussehen? Vor allem bei Werbe-E-Mails finde ich: je kürzer, desto besser. Leser haben meist keine Zeit und keine Lust, sich seitenlange Erklärungen durchzulesen, weshalb sie sich für unsere Dienstleistung entscheiden sollen. Der Leser sollte auf den ersten Blick erkennen können, welches Problem das Angebot löst und was an unserem Angebot besser ist, als an anderen. Dies beginnt schon in der Betreffzeile, sie sollte klar erkennen lassen, worum es im e-Mail geht. Für Newsletter gilt das Prinzip "ein Blick" ebenso. Unsere Newsletter eröffnen meist mit einer kurzen Einleitung und dem Inhaltsverzeichnis aller Beiträge. Auch hier kann der Leser wieder auf den ersten Blick sehen, ob ihn der Inhalt interessiert. Dann spielt natürlich auch der Text an sich eine wichtige Rolle, Werbefloskeln finde ich persönlich eher mühsam. Ich möchte wissen, was mir ein Produkt bringt, wie viel es kostet und wie ich es bekomme. Eventuell kann positives Kundenfeedback eingearbeitet werden, aber ich würde mich dabei auf 1-2 Statements beschränken.
Wichtig: man sollte den Leser nie "alleine lassen". Er muss jederzeit erkennen können, wie er zu den Angeboten im Mailing findet, an wen er sich bei Fragen wenden kann und, leider auch unverzichtbar, wie er den Newsletter wieder abbestellen kann. Newsletter müssen ganz bewusst für Menschen geschrieben werden, nicht für anonyme Leser. Testen Sie E-Mails vielleicht auch einmal an Mitarbeitern, die mit der Konzeption nichts zu tun hatten und stellen Sie dabei z.B. folgende Fragen:
- Finden Ihre Mitarbeiter die E-Mail optisch ansprechend?
- Ist der Text verständlich und ansprechend geschrieben?
- Finden sie alle Informationen ohne Probleme?
- Haben sie Lust, auf die weiterführenden Links zu klicken?
- Bietet der Inhalt einen Nutzen für den Leser?
Der grösste Posten auf meiner To-Do-Liste ist derzeit die Gestaltung der E-Mails. Heute empfangen viele Leser die E-Mails im HTML-Format, was uns einerseits eine schöne Palette an Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet, leider aber auch einige Fallstricke beinhaltet. Einerseits können oder wollen nicht alle Empfänger die E-Mail in der HTML-Version ansehen, deshalb empfiehlt es sich, die Mailings sowohl in HTML als auch als einfachen Text zu versenden. Die meisten Mailprogramme können dies, wir nutzen für den E-Mail Versand poMMo, mehr dazu im Artikel Kosten senken mit Open Source Programmen. Anderseits erwarten die Leser der HTML-Version eine ansprechende Gestaltung der E-Mail.
Bei der Gestaltung sollte man darauf achten, dass die E-Mails zum Corporate Design passen (oder sich aus bestimmten Gründen ganz bewusst dagegen entscheiden). Bei uns ist das derzeit leider noch nicht der Fall, aber ich werde mich nächste Woche ans Design machen und euch dann das Ergebnis präsentieren. Habt Ihr Erfahrungen mit schlechten Mailings gemacht? Oder mit besonders gelungenen? Ich freue mich auf eure Kommentare!



4 comments
Kommentar by anne on 2. August 2009 at 11:47
Das wäre mir jetzt auch dazu eingefallen: einen schlechten Eindruck machen Werbemails, die zu häufig kommen. Lieber einmal weniger und dafür etwas mehr Informationen, als eine überfüllte Mailbox. Dann verliere ich meist das Interesse am Lesen.
Außerdem sollte dem Empfänger immer die Möglichkeit gelassen werden, die Werbepost abzubestellen (Unsubscribe-Button). Das erweckt Vertrauen!
Ansonsten mag ich es auch nicht, wenn die Emails zu “animiert” sind. Sie brauchen ewig sich zu öffnenen oder werden gleich durch den Email-Provider geblockt.
Kommentar by Claudia Wehrli on 2. August 2009 at 13:45
Hallo Anne
Stimmt, zu viel “Blingbling” sieht nicht nur an Gangsta-Rappern sondern auch in E-Mails übertrieben aus
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Kommentar by FloridaUrlaub on 18. August 2009 at 09:44
Die wichtigsten Punkte:
1. Aussagekräftige Betreffzeile mit kurzer Begründung, warum eine Mail kommt (z.B. “Ihr Projektstatus: blablablba”)
2. Text ebenfalls kurz und knackig, Bilder nur, wenn sinnvoll und dann als Anhang (wie viele der Kunden verwenden einen Blackbery und da nervt die Message “Nachricht aufgrund der Größe abgeschnitten)
Kurz: Man muss auf einen Blick sehen könne, was Masse ist
Kommentar by Claudia Wehrli on 18. August 2009 at 09:53
Vielen Dank für Deinen Kommentar! Stimmt, an all die Leute, die Ihre E-Mails per Blackberry oder iPhone bearbeiten wird meist zu wenig gedacht.
Herzliche Grüsse
Claudia